Kloster Bredelar  Theodorshütte
Kloster Bredelar Theodorshütte
 
 

Archiv

September 2015: Internationaler Meisterkurs für Gesang findet zum vierten Mal statt

Zum vierten Mal führte Prof. Uwe Heilmann im Kloster Bredelar seinen internationalen Meisterkurs für Gesang durch. Auch für 2016 ist wieder ein Meisterkurs vom 31. August bis zum 09. September geplant. Wir freuen uns jetzt schon darauf.

 
 

29.12.2014 - „Das passt wie angegossen!“

 
 

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, eine barocke Klosterklausur zu betreten, wird sich an endlos erscheinende Gemäldefolgen erinnern, die auf den Fluren des Kreuzganges zu finden ist. Hier stößt man auf eine Art Ahnengalerie: sofern noch erhalten, kann man allen Äbtissinnen bzw. Äbten, die das Kloster bis zur Stunde geleitet haben, in Form einer Portraitsammlung unter die Augen treten. Auch in der ehemaligen Zisterze Bredelar wird eine solche Sammlung existiert haben; sie ist spätestens mit der Aufhebung des Klosters vor gut 210 Jahren verschwunden.

In Kürze wird ein Stück des alten Glanzes wieder zu sehen sein: vier Wappen Bredelarer Äbte werden in den Kreuzgang des Westflügels (wieder) einziehen. Ermöglicht hat das Engelbert Stratmann aus Messinghausen. Dem leidenschaftlichen Gießer liegt das „eiserne Erbe“ des Klosters sehr am Herzen.

Er erhielt Unterstützung vom Madfelder Künstler Boris Sprenger, der die notwendigen Wachsformen schuf und für den Guss in einer Bestwiger Gießerei bereit stellte. Die Gusswappen wurden jetzt von Engelbert Stratmann an Mitglieder des Vorstands des Fördervereins übergeben.

Übergabe Abtswappen
 

19.11.2014 Denkmalpädagogik „Mönche und Maschinen“ - Kinder entdecken das Kloster

 
 

"Ordnung ist das halbe Leben“ – so jedenfalls verspricht es ein vielzitiertes Sprichwort. Doch wenn das nur immer so einfach wäre mit dem Ordnung halten. Was Ordnung für das Leben in einem Kloster bedeutet,  konnten am 19. November 2014  14 künftige Schulkinder des katholischen St. Ludgerus-Kindergartens Alme aus Alme und Wülfte mit ihren Erzieherinnen „hautnah“ erleben – hautnah deswegen, weil die Kinder zunächst Gewänder als Voraussetzung zum „Eintritt“ in das Kloster anziehen mussten. Erneut unterstützte die katholische Christkönig-Gemeinde Bredelar mit der Bereitstellung der Gewänder dieses Erlebnis.

Nach dem Bredelarer Christkönigs-Kindergarten und dem Marsberger Jona-Kindergarten war dies schon die dritte Kindergruppe, die sich für das Leben im Kloster Bredelar interessierte.


Spätestens nach dem Anlagen der ungewohnten Kleidung  wurde für die Kinder direkt sichtbar, dass der Begriff Orden von Ordnung (lat.: ordo) kommt: wenn jeder die gleiche Kleidung trägt, sieht das besonders ordentlich aus.  „Bruder Markus“ (Pastor Markus Pape) und „Bruder Benedikt“ (Benedikt Klaucke) vom Förderverein des Klosters, gekleidet wie Zisterzienser, ordneten die Kinder in zwei Reihen ein – als Zeichen gelebter Rücksicht und Achtsamkeit. Dazu gehört auch, erfuhren die Kinder, dass man sich in einem Kloster ruhig und leise verhält; es wird nur das Nötigste gesprochen. Mit diesen „Regeln“ ausgerüstet, waren die lebhaften Gäste nun gut vorbereitet,  die ehemalige Klosterkirche zu betreten. Die Kinder hörten Klostergesänge aus der Gründungszeit des Klosters vor über 840 Jahren.

Dann folgten sie der Sonne vom Osten zum Westen und erhielten Einblick in die Gebäude des Ost-, Süd- und Westflügels der Klosteranlage. Mehrere Brände zerstörten in der Vergangenheit große Teile des Klosters. Das historische Kellergewölbe, das damals die Küche trug, ist hingegen erhalten. Ein spannender Ort für die Kinder, denn hier gibt es kein elektrisches Licht. Mit Taschenlampen stiegen die Kinder in den Keller ab. Im Westen, der Abendseite des Klosters, betraten die Kinder wieder das restaurierte Gebäude. Hier erfuhren die Kinder weitere spannende Einzelheiten: Nachdem das Kloster aufgehoben wurde und die Mönche ausgezogen waren, wandelte sich die Abtei zu einem Industriebetrieb – die Theodorshütte. In der ehemaligen Kirche stand nun ein Hochofen zur Eisenschmelze. Eisenhaltige Steine findet man bis heute im Hoppecke- und Diemeltal bei Bredelar.

Wie in der Theodorshütte später überwiegend Eisengussprodukte wie Kanonenöfen, Gullydeckel, Gusssäulen, Straßenlaternen u. v. m. hergestellt wurden, so dass flüssiges Eisen eine neue Form erhielt,  veranschaulichten die beiden Denkmalführer den Form- und Gussprozess am Waffelbacken. Weil sich die Kinder sehr „Orden-tlich“ benommen hatten, durften sie so viele Waffeln essen, bis der Teig „ausgeformt“, also aufgebraucht war.

St. Ludgerus Kindergarten Alme
St. Ludgerus Kindergarten Alme
Jona Kindergarten Marsberg
Jona Kindergarten Marsberg
Christkönig Kindergarten Bredelar
Christkönig Kindergarten Bredelar